Marc Jordi
Gründungsmitglied
 
 

Neubau Townhouse am Friedrichswerder in Berlin, 2004-06

 

Die Wiederbebauung des Friedrichswerder mit einer kleinteiligen Parzellenstruktur ist die erste Umsetzung dieser Planwerksidee in Berlin. Sie gilt als Modellfall für weitere, ähnliche städtebauliche Projekte. Jedes Haus weist einen eigenen Bauherrn auf und ist individuell entworfen. Die Gestaltungssatzung lässt viele Möglichkeiten zu, was zugleich ein Problem darstellt, denn hier geht es nicht um eine Baulückenschließung sondern um ein komplettes Neubauviertel auf historischem Boden.
Dem Entwurf ging eine vom Verfasser erstellte bauhistorische Untersuchung voraus, in welcher Gestaltungskriterien der Vorgängerbauten und der Barocken Privatstadterweiterungen im allgemeinen näher untersucht wurden. Das Haus versucht die Gliederung einer zunehmenden Aufstockung lesbar zu machen. Daraus entwickelt sich ein Fassadentypus, der ermöglichen soll, eine allgemein gültige Aussage für diesen Ort zu machen. Sie reicht vom zweigeschossigen Ursprungshaus, über die erste Aufstockung mit Mansarddach bis zur klassizistischen Überformung mit hochgezogener Attika. Bei den Aushubarbeiten wurden Fassadenteile des Hitzig’schen Vorgängerbaus sichergestellt. Sie werden als Spolien auf etwa der originalen Höhe in die neue Fassade eingebaut und durch Rohling-Friese ergänzt.

Das Projekt wurde mit dem "KfW-Award 2007" ausgezeichnet. Der Jury gefiel unter anderem die "souverän gestaltete Fassade" mit "bürgerlichem Understatement, das an beste Berliner Traditionen anzuknüpfen versteht". (Deutsches Architektenblatt 08/07)