Diskussionsveranstaltung

„Konvention“

Samstag, 19. Mai 2007 Berlin

Thema der Diskussionsveranstaltung am 19. Mai 2007 in Berlin war die Frage, ob städtische Architektur Konventionen braucht. Als konkretes Anschauungsbeispiel diente die Wiederbebauung des Friedrichswerders in Berlin.

Konventionen (lat. conventio „Übereinkunft, Zusammenkunft“) sind grundlegend für unsere Gesellschaft: in Politik, Wissenschaft und Technik bilden häufig Konventionen die Voraussetzung für Fortschritt. Nur in ästhetischen Zusammenhängen bezeichnet man mit dem Begriff konventionell eine rückwärtsgewandte, aus falsch verstandenem Respekt vor der Tradition entstehende Geisteshaltung.

Bei der Wiederbebauung des Friedrichswerders in Berlin wurde auf eine Gestaltungssatzung verzichtet. Der Städtebau bezieht sich jedoch auf die traditionelle europäische Stadt, mit ihrer geschlossenen parzellierten Bauweise. Entsprechend ist das Resultat „unkonventionell“. Nahezu 50 städtische Reihenhäuser stehen Wand an Wand nebeneinander, teils mit architektonischem Anspruch ausgestattet, teils in pragmatischer Bauträgermanier erstellt.

Das Nebeneinander dieser individuellen Entwürfe provoziert die Diskussion, inwieweit in Zukunft Gestaltungsregeln erlassen und auf welchen Grundlagen hierzu Kriterien erarbeitet werden müssen.

 
 
 
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Im Anschluss an einen gemeinsamen Spaziergang über den Friedrichswerder vertieften eingeladene Referenten sowie INTBAU-D-Mitglieder dieses Thema in Kurzvorträgen in der Galerie MooGreen:

- Marc Jordi, Berlin: „Mit der Geschichte des Ortes gestalten“
   
- Thomas Albrecht, Berlin (HILMER & SATTLER und ALBRECHT): „Freiwillige oder verordnete Einheitlichkeit“
   
- Prof. Goerd Peschken, Berlin: „Zur Geschichte der bürgerlichen Gestaltungsfreiheit in Berlin“
   
- Tobias Nöfer, Berlin: „Wer hat Angst vor Architektur mit Gesicht?“
   
- Robert Patzschke, Berlin/Indien: „Erfahrungen aus Indien“
   
- Axel Siemonsen, Hamburg: „Das Zeitgenössische und das Zeitgemäße - Tendenzen in der Hamburger Architektur“
   
- Christoph Kohl, Berlin: „Die Gestaltungssatzung als identitätsstiftendes Element bei Ortsneugründungen“

Eine anschließende Podiumsdiskussion rundete die Veranstaltung ab.

Veranstaltungsort/-zeit:
Friedrichswerder / Galerie MooGreen (Pestalozzistr. 11, 10625 Berlin, www.moogreen.de)
11.00-19.00 Uhr